Archiv futsch?

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paulDA
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Archiv futsch?

Beitragvon paulDA » Di 16. Feb 2016, 15:36

Ich erhalte nur mysql Fehler wenn ich auf das Archiv zugreifen möchte:
viewforum.php?f=9

Es werden doch nicht etwa die Beträge unserer Aufstiegssaisons futsch sein? :heul:
Der 21.09.2013 war ein guter Tag:

SV Elversberg 3:0 Wehen Wiesbaden
Hessen Kassel 2:4 Sonnenhof Großaspach
Kickers Offenbach 0:2 SVN Zweibrücken
FSV Mainz 1:4 Bayer Leverkusen
Eintracht Trier 2:0 Waldhof Mannheim
...und: SV Darmstadt 98 6:0 Hansa Rostock

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godmother
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Re: Archiv futsch?

Beitragvon godmother » Fr 19. Feb 2016, 09:37

paulDA hat geschrieben:Ich erhalte nur mysql Fehler wenn ich auf das Archiv zugreifen möchte:
viewforum.php?f=9

Es werden doch nicht etwa die Beträge unserer Aufstiegssaisons futsch sein? :heul:



immer noch? ich werde "ganz normal" zum Archiv geleitet, wenn ich auf deinen link klicke ...
lasst euch nicht stören, ich putze hier nur kurz durch ... :gm2:

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siggi
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Re: Archiv futsch?

Beitragvon siggi » Fr 19. Feb 2016, 09:57

Aber der von dort weiterführende Link funktioniert nicht

http://lilienfanszene.de/forum-archiv/index.php

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paulDA
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Re: Archiv futsch?

Beitragvon paulDA » Fr 19. Feb 2016, 09:57

Also in den Archiv Bereich (Archiv 2008-2014) Link komme ich. Wenn ich dort jedoch auf "Zum Foren-Archiv" klicke kommt dieser SQL Error :-(
Der 21.09.2013 war ein guter Tag:

SV Elversberg 3:0 Wehen Wiesbaden
Hessen Kassel 2:4 Sonnenhof Großaspach
Kickers Offenbach 0:2 SVN Zweibrücken
FSV Mainz 1:4 Bayer Leverkusen
Eintracht Trier 2:0 Waldhof Mannheim
...und: SV Darmstadt 98 6:0 Hansa Rostock

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Re: Archiv futsch?

Beitragvon godmother » Fr 19. Feb 2016, 10:34

ah, ok...

muss BetzelScheff gugge .... schreibsch an
lasst euch nicht stören, ich putze hier nur kurz durch ... :gm2:

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Re: Archiv futsch?

Beitragvon Betzel » So 28. Feb 2016, 16:38

Ich habe mal den Provider-Support eingeschaltet. Sobald ich was neues weiß, gebe ich Bescheid.

Aber interessant, dass sich doch tatsächlich noch jemand ins Archiv begibt ;)
"Am Ende der Saison wird ein Resümee gezogen, wer seine Aufgaben gemacht hat."
Jürgen Klinsmann

"Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du."
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Re: Archiv futsch?

Beitragvon siggi » So 28. Feb 2016, 20:33

Betzel hat geschrieben:Ich habe mal den Provider-Support eingeschaltet. Sobald ich was neues weiß, gebe ich Bescheid.

Aber interessant, dass sich doch tatsächlich noch jemand ins Archiv begibt ;)


Wo wir es ja heute gar nicht mehr nötig haben, in der Vergangenheit zu schwelgen... :woohoo:
Das Archiv dient der Erdung ;)

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Re: Archiv futsch?

Beitragvon Betzel » Di 8. Mär 2016, 09:25

Gut, das Problem zu lösen, wäre auch nicht ganz einfach und sehr zeitaufwändig ;) Belassen es wir DAbei.
"Am Ende der Saison wird ein Resümee gezogen, wer seine Aufgaben gemacht hat."
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Re: Archiv futsch?

Beitragvon pierre » Sa 12. Mär 2016, 08:36

Aus dem Archiv zusammengefasst in der Projektarbeit meines Sohnes und von godmother und Betzel gewünscht diese hier im Forum zu sehen.

Leider unterliegt so eine Projektarbeit einer gewissen Anzahl von Seiten und Zeitdauer, in der diese vorgetragen werden muss und deshalb nicht alle Aktionen so gewürdigt werden können, wie sie es verdient hätten.
Zur Projektarbeit gehören auch 2 Interviews mit Hans Kessler und Christian Wiesner.
Da ich keine Ahnung habe, wie man hier Videos implementiert muss ich euch diese vorenthalten.

Wenn also wieder jemand über den Abstiegskampf in der Buli knoddert, dann denkt an die Zeit und erdet euch wieder. :winken:


Die Insolvenz des SV Darmstadt 1898

1.0 Begründung meines Themas
Im März 2008 dekorierte mein Vater sein Schaufenster um, mit "Rettet den SV Darmstadt 98". Verschiedene Pressevertreter gaben sich die Klinke in die Hand. Ich war plötzlich mittendrin ohne das Ganze zu verstehen. In der Folgezeit lernte ich die Fanszene, Spieler und den Präsidenten kennen. War bei etlichen Aktionen dabei und durfte mit den Spielern in einem Fanfreundschaftsspiel auf dem Rasen stehen. Im Alter von 8 Jahren, wurden mir Werte wie, Tradition und Zusammenhalt vermittelt. Am Anfang getragen von einem kämpferischen Präsidenten und ein paar treuen Anhänger, entwickelte sich die Insolvenzgeschichte zu einem Kampf einer ganzen Stadt, die nicht gewillt war Ihren Verein unter gehen zu sehen.
2.0 Der Sportverein Darmstadt 1898
Der Sportverein Darmstadt 1898 entstand am 11.11.1919 aus einer Fusion zwischen den beiden Darmstädter Vereinen FK Olympia und dem SC Darmstadt 1905. Das Gründungsjahr 1898 des FK Olympia, welcher von der Familie Ensgrabers am 22.5.1898 im Schlossgarten gegründet wurde, findet sich heute noch im Namen des Sportvereines. Die Lilien, wie sie aufgrund Ihres Wappens genannt werden, spielen seit 1921 im Böllenfalltorstadion.
2.1 Der sportliche Werdegang bis zum Insolvenzantrag
In der Mitte der 70er Jahre hatten die Lilien ihre bisherige beste Phase. 1973 gewann der SVD die süddeutsche Meisterschaft. 1974 qualifizierten sich die Lilien für die neu geschaffene 2. Bundesliga. Der größte Erfolg der 80-jährigen Vereinsgeschichte war der erstmalige Aufstieg in die Bundesliga. Damals bekamen sie auch ihren Spitznamen "Feierabendfußballer". Nach dem direkten Abstieg schaffte man 1981 noch einmal den Aufstieg für ein Jahr. 1993 stiegen die Lilien aus der 2. Liga ab.
3.0 Gründe der Insolvenz
Mitte Dezember 2007 beschlagnahmte die Steuerfahndung alle Unterlagen des Darmstädter Sportvereins, da es Unregelmäßigkeiten im Bereich der Spielerverträgen gäbe. Geprüft wurde der Zeitrahmen von 2003-2006. Am 5. März 2008 lagen die Zahlen auf dem Tisch. 1,1 Millionen € aus nicht abgeführter Lohnsteuer und Sozialversicherungen sind nach zu entrichten. Dazu kommen noch laufende Verbindlichkeiten und ein Darlehn in Höhe von 900.000 €. Hauptsponsor Wella bezahlte im Jahr 200.000 € an den Hessenligisten. Daran ist zu erkennen, dass die Nachzahlung für den Verein nicht zu stemmen war.
3.1 Bekanntgabe der Insolvenz
Noch am Abend des 5. März trafen sich Präsident Hans Kessler und ca. 100 der treusten Fans zum Meinungsaustausch. Der erst im September 2007 eingesetzte Präsident vermittelte den Anwesenden den einzig möglichen Weg. Den Weg zum Amtsgericht und Antragsstellung auf Insolvenz. Bei einer Insolvenzeröffnung würde der gesamte Verein mit all seinen Abteilungen aufgelöst. Vorhandenes Kapital würde an die Gläubiger verteilt. Der Verein könne danach neu gegründet werden, aber das Zugpferd, die Fußballabteilung müsste 2 Ligen tiefer wieder anfangen, was den Tod von Profifußball in Darmstadt bedeuten würde. Doch die Fans gaben sich nach dem ersten Schock kämpferisch. Zwischen Antragstellung und Eröffnung habe man mit einem Insolvenzverwalter Zeit Gelder zu beschaffen. Allerdings ist eine Insolvenzabwendung noch nie im deutschen Fußball einem 4. Ligisten gelungen.
3.2 Was ist eine Insolvenz
Wenn ein Schuldner feststellt, dass er seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann und auch in naher Zukunft keine Möglichkeit besteht diese zu begleichen, muss er einen Insolvenzantrag stellen. Tut er dies nicht, wäre das "Insolvenzverschleppung" und dies ist strafbar. Vom Amtsgericht wird ein Insolvenzverwalter beauftragt, der im Sinne der Gläubiger handelt und das Vermögen verwaltet und die Geschäfte fort führt. Die Gläubiger können sich in einer Tabelle eintragen und erhalten bei Eröffnung der Insolvenz prozentual einen Anteil. Der Verein würde danach aufgelöst und könnte neu gegründet werden und wäre schuldenfrei.
4.0 Lagebesprechung von Verein und Fans
Monate bevor die Steuerfahndung bei den Lilien eintraf, gründete sich bei den Fans der Fanverein. Ein Dachverband, der die verschiedenen Fangruppierungen vertreten und Aktionen koordinieren wollte. Ein Glücksfall wie sich herausstellte. Ebenso wie der neue Präsident, der in seinem eigentlichen Beruf Firmen sanierte. Kompetenz im Verein und koordinierte Kräfte in der Fanszene. Eigentlich war der Weg klar, dieser nannte sich Insolvenz. Der Weg sollte aber einen anderen Verlauf nehmen. Nach dem Sternenmarsch und den über 5200 Zuschauer zum 1. Spiel nach der Bekanntgabe, erkannte Hans Kessler, dass der Verein lebt und es wert wäre gerettet zu werden. Schon in den folgenden Tagen saßen Vertreter des Vereins und die Führung des Fanvereins zusammen und berieten über die Möglichkeiten. An diesem Abend wurde der Slogan für den Kampf gegen die Insolvenz geboren "Die Lilien bleiben DA". Zielsetzungen wurden genannt, die Fans sollten die Öffentlichkeit aktivieren, während der Verein versucht mit Wirtschaft, Sponsoren, Gläubigern und ehemals handelnden Personen die Gelder aufzutreiben. Das Vereinsheim und das Forum wurden für die Fans die Treffpunkte für Ideen und Koordination. Über 200 Ideen wurden sondiert und die besten nach Möglichkeit umgesetzt wurden. Ein weiterer Glücksfall war der vom Amtsgericht bestellte Insolvenzverwalter Dr. Jan Plathner mit Erfahrungen im Bereich einer Insolvenz im Sportbereich.
4.1 Solidaritäts- und Rettungsaktionen
Um die Insolvenz abzuwenden musste Geld in den Verein fließen. Kein leichtes Unterfangen für einen Verein in der 4. Liga mit einem Zuschauerschnitt unter 2000. Die Hoffnung ruhte auf mehreren Säulen.
• Die Fans eröffneten zuerst ein Spendenkonto und zum 1. Spiel organisierten sie einen Sternenmarsch zum Böllenfalltor. 5200 Menschen kamen und setzten ein Zeichen für den Erhalt des Vereines. Gerade in der Anfangszeit setzten die Fans mit vielen beispiellosen Aktionen Zeichen und die Öffentlichkeit, so wie die Presse nahmen diese an. Genannt seien die großen Aktionen wie die Musiknacht, das Hallenfußballturnier mit großer Tombola, Pokernacht in der Lilienschänke, Mahnwachen vorm Stadion, Ebayversteigerungen, Trikotversteigerungen, 2 Konzerte, Kunst für die Lilien, Verkauf von Rettershirts und Buttons, Geburtstagsfeier des Vereines am Gründungsort. All diese Aktionen brachten knapp über 100.000 € ein. Selbst überregionale Pressen berichteten über die Aktionen und um den Stand des Vereins. Immer mehr Personen der Öffentlichkeit bekannten sich zu den Lilien, unter anderem Helmut Markwort und den Geschäftsführer von Leverkusen Wolfgang Holzhäuser. Wie viel dies Wert war zeigte sich am Benefizspiel der Münchner und Leverkusener. Helmut Markwort Vorstandsmitglied bei Bayern München und Wolfgang Holzhäuser konnten Ihre Vereine dazu bewegen in Darmstadt kostenlos anzutreten. Eine weitere große Aktion der Fans war, als ein Jahr später der Zuschauerschnitt wieder sank und den Etat damit belastete, wurde ein Rekordversuch ausgerufen. 11200 Zuschauer in einer Regionalligapartie waren finanziell ein voller Erfolg, der Rekord blieb aber aus.
• Der Verein trat mit einem Konzept an, erstellte mehrere Retterpakete in verschiedene Klassen von 200 € - 20.000 €. Man verhandelte mit den Sponsoren, den Gläubigern über einen Vergleich und der Stadt über Möglichkeiten. Gespräche mit den ehemals handelnden Personen stellten sich als sehr langwierig und schwierig heraus. Diese zahlten aber schließlich doch einen beträchtlichen Beitrag. Einsparungen wurden im gesamten Verein vorgenommen. Gleich nachdem die Steuerfahndung im Hause war, wurde das Trainingslager in der Türkei abgesagt. Spielerverpflichtungen wurden nicht getätigt. Spieler aus der eigenen Jugend wurden zu Stützen der Mannschaft. Beim Trainerwechsel wurde auf einen eigenen Jugendtrainer gesetzt. Der Verkauf der Vereinsimmobilie war eine weitere Möglichkeit Bargeld zu generieren. Alte Fanartikel wurden plötzlich wieder interessant für die Bevölkerung. Die Stadt Darmstadt, selbst klamm bei Kasse, konnte den Verein nicht direkt unterstützen. Allerdings bürgte die Stadt zum damaligen Zeitpunkt für ein Darlehn des SVDs, welches ausgesetzt wurde. Somit konnten die Tilgungsraten zur Bekämpfung der Insolvenz verwendet werden.
• Die Wirtschaft unterstütze in vielen Bereichen den Verein. Nach bekannt werden der Steuerverfehlungen zog sich Hauptsponsor Wella vom Trikot der Lilien zurück, da sie nicht mit negativer Presse in Verbindung gebracht werden wolle, zahlte aber die vertragliche Sponsorensumme an den Verein. Nun, als das Trikot frei von Werbung war, sprang sofort die Entega bis zum Saisonende ein. Danach meldete sich die Software AG als neuer Hauptsponsor bei den Lilien. Die Pfungstädter Brauerei spendierte einige tausend Liter Bier für den Verkauf bei Fanaktionen. Evonik und einige kleinere Firmen bekannten sich zum Verein. Die Fa. Merck übernahm die Kosten im Jugendbereich. Somit konnte trotz Sparkurses des Vereines der laufende Spielbetrieb aufrechterhalten werden.
• Sportlich befand man sich auf einem Aufstiegsplatz in der Hessenliga und konnte die Meisterschaft feiern. Somit stieg der SVD in die Regionalliga auf. Dies war ein wichtiger Baustein, genauso wie die neue Liga zu halten, da in einer höheren Liga Interesse größer ist und damit die Werbewirksamkeit für Sponsoren auch teurer wird. Ein Wermutstropfen gab es allerdings. Man stieg von der 4. in die 4. Liga auf, da genau in diesem Jahr die eingleisige 3. Liga unterhalb der 2. Liga etabliert wurde. Mit einem Minietat von 600.000 Euro hielt man die Liga. Einmal konnte man in den DFB Pokal einziehen und hoffte auf ein großes Los, leider wurde es Wehen Wiesbaden. Als man ein zweites mal um den Einzug in den DFB Pokal kämpfte, verkaufte man das Recht auf einen neutralen Platz im Hessenpokalfinale an den Rivalen Offenbach und verlor dort 1:0. Die Fans waren aufgebracht, aber man musste mit jedem Euro rechnen. Die Mannschaft musste trotz knappen Spieleretats und ungewisser Zukunft überdurchschnittliche Leistung bringen.
• Besondere Einnahmen, welche erwähnenswert sind, waren unter anderem die 10.000 € vom Präsidenten von Hessen Kassel. Der Verkauf von Roberto Soreano vom FC Bayern München an Sampdoria Genua. Roberto spielte bei den Lilien in der Jugend und beim Verkauf erhält jeder Ausbildungsverein einen gewissen Prozentsatz vom Verkaufspreis des Spielers. Man rechnete mit 35.000 €.
5.0 Die Rettung und Rücknahme des Insolvenzantrages
Wir sind auf einem guten Weg war immer wieder die Durchhalteparole von Hans Kessler, dem Präsidenten, dem Sanierer, der Galionsfigur. Wie hart, steinig und Kräfte zehrend dieser werden sollte zeigt die Zeit, die man brauchte ihn zu begehen. Mit seinen Worten möchte ich den Kraftakt beschreiben. Einen Insolvenzantrag im laufenden Spielbetrieb wieder zurück zu nehmen ist gleichbedeutend einer Knieoperation eines Marathonläufers während des Laufs. Wir sind zwar nicht als 1. ins Ziel gekommen aber im Rennen geblieben.
Nach 15 Monaten, am 3. Juni 2009, wurde der Insolvenzantrag zurückgezogen. Um einen Insolvenzantrag zurück nehmen zu können muss die mittelfristige (3-4 Jahre) Zahlungsfähigkeit gewährleistet sein. Bei dem wackligen Gebilde eines Sportvereins könnte es reichen, dass ein Sponsor abspringt und es zum Einsturz kommt. Die gesamt Summe erhöhte sich während das Insolvenzverfahren auf 1,6 Mio. € (Insolvenzverwalter / Unterdeckung des Etats durchs alte Präsidium). Bei Rücknahme des Antrages werden alle Rechnungen sofort fällig, welche durch das Insolvenzverfahren ausgesetzt waren.
Auch wen sich der Verein mit Zahlen oft bedeckt hielt, so lässt sich doch mit Gegenrecherche und Schätzungen eine Summe von ca. 1.900.000 € errechnen, die in dieser Zeit zusätzlich erwirtschaftet wurde.
• 100.000 Fanaktionen
• 100.000 Spenden an den Verein, Spendentelefon/Kasselpräsident (geschätzt)
• 300.000 Benefizspiele Bayern, Leverkusen, Mainz 05 und Hessencup
• 300.000 Verkauf des Vereinsheimes
• 100.000 Vorstellung im Kikerikitheater, Kunst für die Lilien, Kino etc.
• 100.000 Rekordversuch Ulm Spiel
• 470.000 Ehemals handelnde Personen
• 50.000 Entega als Trikotsponsors
• 100.000 Erreichen des DFB Pokals, Hessenpokalfinale
• 100.000 Einsparungen im Verein und Etat (geschätzte)
• 100.000 Retterpakete des Vereins (geschätzte)
• 80.000 Sonstiges (erhöhter Verkauf von Fanartikel, Stundung von Darlehn, Gläubigerverzicht) (geschätzte)
6.0 Der sportliche Werdegang nach der Insolvenzrücknahme
Die Saison 2009/10 beendete der SV Darmstadt auf dem 15. Platz in der Regionalliga. Im Folgejahr stieg Darmstadt als Tabellenführer in die dritte Liga auf. Darauf folgten 2 Jahre Abstiegskampf. Im Letzteren konnte die Liga nur wegen des Lizenzentzuges von Kickers Offenbach gehalten werden. 2013/14 schafften es die Lilien überraschend auf den 3. Platz und kamen somit in die Relegation gegen Arminia Bielefeld. Zuerst verloren die Lilien zu Hause 1:3. Doch das Rückspiel gewann Darmstadt in einem denkwürdigen Spiel 4:2 nach Verlängerung. Von den Experten als Absteiger Nr. 1 gehandelt, spielte Darmstadt eine sensationelle Saison in der 2. Liga und belegte am Ende den 2. Platz. Jetzt spielen die Lilien in der 1. Bundesliga.
7.0 Meine persönliche Meinung
Im Nachhinein gesehen, war die Insolvenz das Beste was dem Verein passieren konnte. Fans und Verein rückten zusammen. Die Finanzen, wurden in Ordnung gebracht und mit den neuen verantwortlichen Personen eine solide Basis für die Zukunft geschaffen. Eine Insolvenz wie in diesem Fall hätte nicht nur die Fußballer betroffen, sondern es hängen noch viel mehr Menschen und Schicksale an einem solchen Fall. Andere Abteilungen des Vereins würden wegen Geldmangels gar nicht wieder geöffnet werden. Sponsorenverträge wären alle nichtig. Gläubiger bekämen nur einen geringen Teil der ausstehenden Rechnungen. Außerdem ist ein Fußballverein auch ein Aushängeschild der Stadt und bringt Einnahmen durch Steuern. Die Rücknahme des Insolvenzantrages konnte nur gelingen, weil viele Menschen sich zusammen getan haben und mit Herz und Blut das gleiche Ziel eindringlich verfolgten. Ein Beispiel fürs Leben!

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Re: Archiv futsch?

Beitragvon Betzel » So 13. Mär 2016, 11:13

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"Am Ende der Saison wird ein Resümee gezogen, wer seine Aufgaben gemacht hat."
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